Die Zinsen für Tages- und Festgeld in Deutschland sind auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen und liegen teils unter der Inflationsrate. Hintergrund ist die jüngste Senkung des EZB-Einlagensatzes auf 2 %, mit weiteren moderaten Senkungen wahrscheinlich. Für Tagesgeld werden bald nur noch 1,5 bis 1,75 % erwartet, was es für Sparer unattraktiv macht. Viele Anleger, die ihr Geld in ein bis drei Jahren benötigen, suchen nun nach Alternativen mit fester Laufzeit wie Festgeld, Kurzläufer-Anleihen oder Laufzeit-ETFs.
Festgeld keine Alternative
Festgeld bietet feste Zinsen und eine Einlagensicherung bei Banken bis 100.000 €, ist jedoch unflexibel und bei vorzeitiger Verfügung verlustbehaftet. Hier setzt die Einschätzung von Thomas Mitroulis, Geschäftsführer von AXIA Asset Management, an:
Er rechnet bis Mitte 2026 mit zwei weiteren EZB-Zinssenkungen à 25 Basispunkte. Für ihn ist Festgeld nur als sicherheitsorientierter Baustein geeignet, da es zu unflexibel, zu zinsarm und zu statisch sei. Anleger sollten sorgfältig deren Rolle im Portfolio abwägen und nicht allein auf vermeintliche Sicherheit setzen.
Thomas Mitroulis betont, dass in einer Welt mit geopolitischen Risiken, hoher Verschuldung und realer Inflation eine Balance zwischen Bonität und Liquidität entscheidend ist. Je länger Anleger auf Kapital verzichten können, desto mehr sollten sie chancenorientierte Anlagen ins Auge fassen. Laufzeitfonds und ETFs können eine gute Zwischenlösung bieten, da sie planbare Renditen ohne Zinsänderungsrisiko ermöglichen.
Am Ende sollten Anleger eine klare Trennung zwischen Liquiditätsreserve und Investmentkapital vornehmen, um Marktchancen zu nutzen und gleichzeitig auf unerwartete Ereignisse vorbereitet zu sein.
Anleger-Guide
-1- Marktsituation
- Tages- und Festgeldzinsen sinken → meist unter Inflationsrate
- EZB-Zinssatz aktuell: 2 %
- Erwartung: weitere 2 Zinssenkungen à 0,25 % bis Mitte 2026
(Prognose: Thomas Mitroulis)
-2- Bewertung Festgeld
- „Festgeld ist zu…
- …unflexibel
- …zinsarm
- …statisch“
- Einsatz nur als:
- Baustein für psychologische Sicherheit (nicht für den Großteil des Vermögens!)
-3- Zentrale Empfehlung
- Ein feiner Ausgleich ist nötig
- die Balance von Bonität & Liquidität muss stimmen
- Chancen am Kapitalmarkt nicht verpassen
- Je länger Kapital entbehrlich ist → desto mehr chancenorientierte Anlagen wählen wie:
- hoher Aktienanteil
- Laufzeitfonds / Laufzeit-ETFs
- ausgewählte Anleihen
-4- Praktische Strategie
- Liquiditätsreserve klar definieren (5–20 % je nach Situation)
- Investmentkapital breit gestreut am Kapitalmarkt anlegen
-5- Take-Home-Botschaft
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In einer Welt voller geopolitischer Brüche, hoher Schulden und realer Inflation brauchen Anleger mehr als vermeintliche Sicherheit.
→ Balance, Risikostreuung, Flexibilität wichtiger denn je!
💡 Fazit:
Nicht nur auf Festgeld und Sicherheit setzen. Mit klarem Kopf und Strategie Chancen am Kapitalmarkt nutzen!
Quelle: zitiert wurde Thomas Mitroulis zu diesem Thema in der Ausgabe der Welt am Sonntag, 10.08.2025 im Artikel: Geld auf Abruf


