Was tun mit der Auszahlung einer Lebensversicherung im Alter?
Wie Sie Ihr Vermögen im Alter schützen, erhalten und vermehren.
Jahr für Jahr erhalten zehntausende Menschen in Deutschland eine größere Summe aus ihrer Lebensversicherung ausgezahlt – häufig 100.000 Euro oder mehr. Für viele ist es der größte Geldbetrag, den sie jemals auf einen Schlag erhalten. Doch was tun damit? Die Hypothek tilgen? Alles auf ein Festgeldkonto legen? Oder doch lieber in Aktien oder Gold investieren?
„Plötzlich 100.000 Euro auf dem Konto zu haben, ist für viele Menschen erst mal kein Segen, sondern eine Quelle von Stress und Unsicherheit“, sagt Thomas Mitroulis , Geschäftsführer des Vermögensverwalters AXIA Asset Management GmbH. „Das Schlimmste, was man jetzt tun kann, ist, aus Angst gar nichts zu tun oder impulsiv zu handeln. Geld ist in erster Linie Freiheit – nicht Risiko.“
Sein wichtigster Rat: „Man muss sich ehrlich drei Fragen stellen:
- Was brauche ich?
- Was will ich?
- Und was darf auf keinen Fall passieren?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird aus Geld Freiheit – und nicht Stress.“
Liquidität ist Freiheit. Aber Inflation ist der Preis für zu viel Bequemlichkeit.
Aber wie geht man dieses Thema mit Anfang oder Mitte 60 richtig an?
Ist es nicht zu spät, um noch in Wertpapiere oder Sachwerte zu investieren?
„Ganz im Gegenteil“, sagt Thomas Mitroulis. „Das Alter ist ein Faktor – aber kein Grund, komplett auf Chancen zu verzichten. Wer heute 60 oder 65 ist, plant realistisch für 20 oder 30 Jahre. Das größere Risiko ist nicht, Geld zu verlieren – sondern, dass es durch Inflation, Nullzinsen und einen schwachen Euro schleichend entwertet wird.“
Sein Ansatz basiert auf einem klaren Dreiklang: Liquidität, Substanz und Wachstum. Liquidität bedeutet Freiheit und jederzeitige Handlungsfähigkeit. Substanz bedeutet Schutz durch greifbare Sachwerte wie Gold oder Immobilien. Wachstum wiederum entsteht durch Beteiligungen an Qualitätsunternehmen und globalen Zukunftsmärkten.
Geld auf dem Konto macht niemanden reich.
Es ist das was man daraus macht.
Wie könnte das konkret aussehen?
Thomas Mitroulis hat drei Musterportfolios entwickelt, die auf unterschiedliche Risikotypen zugeschnitten sind.
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Für sehr sicherheitsorientierte Anleger empfiehlt er ein defensives Portfolio: 10 Prozent bleiben als Liquidität in Euro verfügbar, 15 Prozent fließen in physisches Gold als Vermögensschutz, 30 Prozent investiert der Anleger in kurzlaufende Anleihen in Euro und weitere 20 Prozent in Anleihen in stabilen Fremdwährungen wie dem Schweizer Franken oder dem US-Dollar. Die restlichen 25 Prozent verteilen sich auf defensive, dividendenstarke Qualitätsaktien oder Fonds.
„Das ist eine Aufstellung, die Werterhalt, Inflationsschutz und Flexibilität miteinander verbindet – ohne schlaflose Nächte“, sagt Thomas Mitroulis.
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Für Anleger mit einer ausgewogenen Risikoneigung empfiehlt er das „neutrale Portfolio“: 10 Prozent werden als Liquidität in Schweizer Franken gehalten kombiniert mit 15 Prozent Gold, 20 Prozent Anleihen in Euro und 20 Prozent in Fremdwährungsanleihen. Der Aktienanteil liegt bei 35 Prozent und wird durch 10 Prozent Alternative Investments wie Infrastruktur oder Rohstoffe ergänzt.
„Das ist eine perfekte Balance zwischen Sicherheit und Wachstum“, so der Vermögensverwalter.
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Wer etwas mutiger ist und bereit ist, Kursschwankungen auszuhalten, dem rät Mitroulis zu einer offensiveren Struktur: 10 Prozent Liquidität in Schweizer Franken 15 Prozent Gold, 20 Prozent Fremdwährungsanleihen aber 45 Prozent in globale Qualitätsaktien, Megatrends und dividendenstarke Unternehmen. Ergänzt wird das Portfolio durch 10 Prozent Alternative Investments, zu denen auch Kryptowährungen zählen können.
„Wer bereit ist, Schwankungen auszuhalten, wird langfristig mit Wachstum belohnt – solide flankiert durch Substanzwerte“, so Thomas Mitroulis.
Liquidität ist Freiheit
Gerade im höheren Lebensalter spielt Liquidität eine wichtige Rolle. „Liquidität ist Freiheit“, betont Thomas Mitroulis. „Gerade ab dem siebten Lebensjahrzehnt ist es entscheidend, flexibel und jederzeit handlungsfähig zu bleiben – ob für die Familie, für Reisen oder für unvorhergesehene Ausgaben.“ Aber: Zu viel Liquidität auf zinslosen Konten sei ebenfalls ein Risiko. „Es ist keine Sicherheit, sondern eine schleichende Enteignung durch Inflation. Wer heute 65 ist, hat realistisch eine Investmentperspektive von 20 Jahren. Und in 20 Jahren halbiert sich die Kaufkraft – wenn man nur zusieht.“
Sein Fazit ist klar: „Papiergeld ist das Risiko von gestern. Wer heute Vermögen schützen will, braucht Substanz, Flexibilität und globale Streuung. Es geht nicht darum, die höchste Rendite zu jagen – sondern darum, finanzielle Freiheit zu sichern.“
Sein wichtigster Ratschlag zum Schluss: „Geld auf dem Konto macht niemanden reich. Es ist das, was man daraus macht.“
Quelle: Thomas Mitroulis für Deutsche Presseagentur, 04.07.2025
